LETZTEN BEITRÄGE

KATEGORIEN

LETZTEN KOMMENTARE

FOLGE UNS AUF  

Sergeant KeKo zu Wort | Wenn der Trainer seine Arbeit nicht macht

Generation Athletic Gruppentraining Handball

Sergeant KeKo zu Wort | Wenn der Trainer seine Arbeit nicht macht

Puh, da muss ich immer und immer wieder tief durchatmen. Das ist ein sehr emotionales Thema für mich und manchmal bleibt mir da echt einfach die Spucke weg. Es geht um das Trainerdasein, insbesondere als Gruppentrainer. Völlig unabhängig davon ob drinnen oder draußen. Völlig unabhängig davon ob Outdoor-Workout oder Fitnessstudiokurs.

Du kennst das sicher auch. Es gibt die Trainer, die das ganze Ding mit durchballern und am Ende wahrscheinlich sogar noch mehr schwitzen als du selbst. Und es gibt die Trainer, die ab und an mal eine Übung vormachen, zwischendurch zur Motivation auch mal kurz mitmachen, aber sich dann wieder den einzelnen Teilnehmern widmen, also DIR widmen. Also im Endeffekt die, die jeden einzelnen korrigieren und motivieren.

Leider und so ist mir das sowohl in der Gegenwart als auch der Vergangenheit immer wieder begegnet, gibt es vor allem von der ersten Sorte ganz viel. Also Trainer, die selbst mit trainieren und damit vermeintlich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Teilnehmer sind fix und alle, ja und der Trainer, der muss nicht noch extra ne Stunde für sein eigenes Training dranhängen. Prima!

Im Gegenteil. Für mich als Trainer geht das einfach gar nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel). Als Trainer ist es nämlich meine Aufgabe, den Teilnehmern zu einem langfristigen (nicht kurzfristigen) Erfolg zu verhelfen. Das heißt vor allem präventiv zu denken. Das heißt unter anderem, für eine richtige Ausführung zu sorgen, die Haltung zu korrigieren, Übungen individuell an die Biomechanik des jeweiligen Teilnehmers anzupassen und und und. Im Endeffekt also auf jeden einzelnen Teilnehmer einzugehen.

Würde ich selber noch mit trainieren, so hätte ich gar keine Möglichkeit auf jeden einzelnen einzugehen. Was je nach Gruppengröße sowieso schon keine kleine Herausforderung ist. Im Umkehrschluss könnte ich dann die Teilnehmer nicht korrigieren und würde langfristig sehr wahrscheinlich dafür Sorge tragen, dass sich die Teilnehmer sämtliche Verletzungen, insbesondere aufgrund einer falschen Haltung oder falscher Übungsausführung, zuziehen.

Quintessenz 1: DIE TEILNEHMER SIND DER MITTELPUNKT

Ein weiterer Punkt der mir in so einem Fall einfach nicht einleuchtet (also wenn der Trainer selbst mit trainiert): Wie kann ich verdammt nochmal von jemandem Geld verlangen, wenn ich der Person keinen Mehrwert (eher das Gegenteil) biete? Klar, stelle ich der Person dann einen “Fahrplan” für das Training zur Verfügung, aber nach ein paar Monaten alle einen Bandscheibenvorfall haben, dann bringt mir leider auch der schönste Fahrplan nichts.

Ich zahle ja für eine Leistung und erwarte, dass die Leistung auch erbracht wird. Wenn ich ein iPhone bezahle, will ich kein Samsung in die Hand gedrückt bekommen. Wenn ich für Sport bezahle, dann will ich, dass mich jemand an diesen Sport, die Übungen und das Training heranführt, ohne mich gesundheitlich ins Abseits zu befördern.

Wenn ein Trainer also Geld verlangt und sich aber vorwiegend um sich selbst kümmert, dann sollte man sich als Teilnehmer durchaus mal Gedanken machen. Als Trainer allerdings noch viel mehr, denn dann habe ich meine Jobbeschreibung verfehlt.

Quintessenz 2: LEISTUNG MUSS AUCH ERBRACHT WERDEN

Ich möchte euch gar nicht viel länger mit dem Thema aufhalten, aber zum Schluss noch ein paar ergänzende Worte. Zunächst einmal bin ich davon überzeugt, dass alle Trainer, die ihren “Job” mit Leidenschaft verfolgen, nur das Beste für ihre Teilnehmer im Sinn haben. Langfristig andauernden ganzheitlichen Erfolg. Ganz klar stehen bei diesen Trainern die Menschen im Vordergrund, nicht das eigene Ego und auch nicht der Geldbeutel der Teilnehmer.

Auch möchte ich mit diesem Beitrag absolut jedem zu nahe treten, der bisher so als Trainer agiert hat. Das geht einfach gar nicht, ist weder nachhaltig, noch zielführend. Es ist, kurzum, einfach Bockmist.

Tatsächlich habe ich mich in der Vergangenheit darüber aufgeregt und hätte an die Decke gehen können. Heute finde ich es einfach nur noch traurig. Wenn man als Trainer Menschen mehr “kaputt” macht, als ihnen hilft, dann sollte man sich definitiv eine andere Branche suchen und einen weiten Bogen um die Arbeit mit Menschen machen.

Danke fürs zuhören, euer KeKo

No Comments

Reply